Lebensdinge

Mittwoch, 8. Januar 2014

Wie nah lasse ich einen Menschen an mich ran?

Wie nah lasse ich einen Menschen an mich ran? Wie nah ist zu nah? Wie weit sollte eine Freundschaft gehen?

Ich hatte schon viele gute Freunde.
Sehr gute Freundinnen, mit denen ich die Höhen und Tiefen meines Lebens geteilt habe - ohne Einschränkungen. Geblieben von ihnen sind nur die Erinnerungen. Die Erinnerungen an schöne Tage, schöne Momente, an die gemeinsamen Erlebnisse, die tiefe Zuneigung zueinander - und an die Enden. Enden mit Schrecken, auslaufende Enden, ausbleibende Besuche, verpasste Telefonate, kurze SMS ohne tatsächlichen Inhalt, leere Facebook-Nachrichten, hohle Geburtstagsphrasen, Kontaktverlust...

Wie nah lasse ich einen Menschen an mich ran?

Ich hatte Freunde, von denen ich mich verraten gefühlt habe. Ganz langsam schlich sich das Gefühl der Verrats in unsere Freundschaft. Der freundschaftliche Kuss wurde zum Judaskuss. Partner wussten Dinge von mir, die ich im Vertrauen preisgegeben hatte. Freunde sprachen hinter meinen Rücken über mich. Freunde standen plötzlich in Konkurrenz zu mir.

Wie nah lasse ich einen Menschen an mich ran?

Ich liebe von ganzen Herzen. Hat jemand mein Herz gewonnen, hat er meine Treue, mein Verständnis, meine Loyalität - mein Herz für sich. Doch wie erkenne ich, dass mein Herz ausgenutzt wird? Wann wird ein Gefallen zur Selbstverständlichkeit?

Wie nah lasse ich einen Menschen an mich ran?

Ist es Angst? Angst vor Nähe? Angst vor Verrat? Angst vor dem Ende? Angst davor, mein Herz erneut zu geben und zu verlieren?

Wie nah also lasse ich einen Menschen an mich ran?

Sonntag, 17. November 2013

Zusammen bin ich tatsächlich weniger allein

Wieso?

Wieso sind wir auf der Suche nach dem perfekten Partner? Dem Seelenverwandten? Der einen Person, die uns vervollständigt? Dem Deckel zum Topf?

Ich bin ja ein Verfechter von Unabhängigkeit. Unabhängig von anderen sein. Das Leben selbst meistern können. Nicht nach 50 Jahren Ehe vor Trauer und Trübsinn eingehen müssen. Nicht vor lauter Überforderung nach dem Tod des Ehemannes fast abstürzen und drei Kinder zurücklassen. Ich will wissen, wo die Coupons liegen, wenn ich alleine bin. Ich muss wissen, wie ich meine Steuern mache. Wo ich das Spritzwasser für das Auto auffüllen kann. Ich muss wissen, wie ich weitermachen soll, auch wenn der andere nicht mehr da ist.
Sollte ich nicht selbst der Mensch sein, den ich brauche, um "vollkommen" zu sein?

Und dennoch...zusammen mit meinem Partner, meinem Seelenverwandten, meinem Deckel...bin ich weniger allein. Tatsächlich.

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